Wer funktioniert, spielt eine Rolle. In Wahrheit funktionieren auch Narzissten in einer Rolle

Nach meiner Metamorphose und Neugeburt, wo ich erkannt hatte, dass ich eigentlich die meiste Zeit funktionierte, musste ich mir erst mal selbst vergeben. Es war auch eine Zeit, wo ich immer das Gefühl hatte, mich ergeben zu müssen. Ergeben – Vergeben. Mir war bewusst, dass es nicht förderlich ist, in der Opferrolle zu verharren. Denn Opfer sind gleichzeitig Täter. Sie wollen alles auf die anderen schieben. Natürlich wurden wir alle versklavt in der Matrix. Auszusteigen heißt allerdings, raus aus der Opferrolle. Dann fragte ich mich, welche Rollen ich spielte und vor allem, warum spielte ich sie?

Nun ja, ich spielte folgende Rollen:

Die brave, sich sorgende Tochter, die sich für das Glück ihrer Eltern verantwortlich fühlte. Wenn sie endlich glücklich sind, gehen sie aus dem Drama und graben keine neuen Gruben.

Die brave Angestellte, die so manch unrealistische Forderungen von narzisstischen Chefs erfüllte und sich dann über Anerkennung und Lob freute.

Die Conarzisstin, um den Narzissten zu reparieren und seine Liebe und Anerkennung zu erhaschen. Kann niemals funktionieren.

Die sexuell Befriedigte und Aktive, der nur wichtig war, dass der Partner seine Erfüllung bekommt, damit er nicht fremdgeht. Es ging nicht um mich. Verlustangst, Eifersucht.

Die Tellerdreherin im Zirkus, um alle am Glücks- oder Erfolgslevel zu halten. Tellerdrehen ist eine schwere Aufgabe. Wenn Du ihn nicht drehst, dann fällt er runter, drehst Du ihn zu schnell, fliegt er Dir um die Ohren.

Ich spielte noch viele weitere Rollen in meiner Opfer-Täter- destruktivem Helferhaltung im Dramadreieck. Dann kam der Niedergang auf allen Ebenen und ich stoppte das Funktionieren. Das war nochmal sehr anstrengend. So einige meinten, ich sei verrückt und sollte mir Hilfe holen. Ihnen schwammen die Felle davon, das Werkzeug ging kaputt. Ja, ich war ein kaputtes Werkzeug. Wie schön.

Das war die Zeitqualität in meinem Leben, wo sich wahrlich meinen Kanal zur Wahrhaftigkeit öffnete und nicht einmal mehr mutig sein musste, um aus meinen Rollen auszusteigen. Ich war bei mir angekommen, transformiert.

Wir sehen diesen Prozess im Moment im ganzen Kollektiv. Leider haben all zu viele nicht die Kraft, den Mut, das Wissen und die Verbindung zwischen Herz und Verstand, aus ihren Rollen auszusteigen. Bei der Masse wurde die Zirbeldrüse angegriffen, sie funktionieren einfach weiter.

Beobachte Dich mal selbst. Wo spielst Du noch eine Rolle? Wo veränderst Du Dein Verhalten, Deine Stimme, Dein Sein? Und warum? Aus Angst? Es muss nicht immer Angst sein. Es kann auch Anerkennungssucht sein, oder ein Machtspiel. Es kann so vieles sein.

Wir alle sind lieb und auch nicht. Wir alle tragen unsere Dunkelheit in uns. Dies gilt es zu erkennen. Was ist Narzissmus? Sich selbst nicht anzusehen, Angst vor der Uneigenmacht und weiterhin in der Opferrolle zu bleiben. Die eigenen Fehler an andere abzugeben. Fast jeder Mensch trägt narzisstische Anteile in sich und wird als Opfer zum Täter.

Selbst unsere Regierungsmarionetten und deren Handlanger funktionieren für deren Obrigkeit. Wiederum aus Angst, Gier, Machtsucht, Anerkennungssucht, Drogenabhängigkeit in jeder Form. Warum trägt die Macht Krawatte? Eine Halsschlinge?

Es ist an der Zeit, diesen Wahnsinn, Schwachsinn, schwach im Sinne zu durchbrechen und mutig bei sich eine neue Reise zu beginnen. Es geht nicht darum, nur egoistisch durchzubreschen. Natürlich ist es auch wichtig, Verantwortung zu übernehmen. Es geht darum, die innere Stimme zu hören, wo Verantwortung wichtig ist, und wo sie ein destruktives Helfersyndrom ist. Wie verhalten wir uns im Familiensystem? Wie wichtig ist der Job wirklich? Geht es immer nur um Geld oder eine Rolle. Bist das wahrhaftig Du oder nur eine Rolle und warum?

Dieser Krieg ist ein Emotionskrieg. Niemand ist noch physich verhungert in Mitteleuropa, nur psychisch verhungert die Masse.

Es ist Zeit, das Rollenspiel zu beenden. Zu vergeben, vor allem Dir selbst. Wenn jeder wahrhaft an sich denkt, ist an jeden gedacht. Dann hat der Energieraub ein Ende und jeder kann liebevoll seinen Weg zum besten des großen Ganzen gehen.